8. November 2013 admin

Kaffeebrauchtümer

Kaffee und dazugehörigerige Rituale. Klar, Kaffee gehörter für viele Menschen fest zum Alltag dazu. Dennoch oder gerade deshalb haben sich in vielen Kulturen regelrechte Brauchtümer um den Kaffee- und Teegenuss entwickelt. Im heutigen Blogbeitrag nehmen wir die Rituale unter die Lupe und fragen uns: wann wird eigentlich wo Kaffee getrunken?

Morgens, halb zehn in Deutschland?

Wenn die Deutschen morgens früh zur Arbeit fahren, haben die meisten schon den ersten Kaffee hinter sich. Frisch aufgebrüht, versprüht der Kaffee seinen Duft im ganzen Haus. So manche und mancher lassen sich am liebsten davon aufwecken. Nicht von  ungefähr kommt diese Szene immer wieder in Kaffeewerbungen vor. Wir Kaffeeliebhaber haben einfach ein Faible dafür, wir lieben es den Kaffee als erstes am Morgen zu trinken. Wer nicht gerade im Schichtdienst ist, kommt üblicherweise um 8 oder 9 Uhr am Vormittag ins Büro. Morgens, halb zehn in Deutschland, sagt die Werbung eines Süsswarenherstellers und zeigt Menschen jeden Alters beim Knuspern des Waffelsnacks. Tatsächlich haben viele Unternehmen um diese Zeit eine Frühstückspause für ihre Mitarbeiter, Schulkinder haben die erste große Pause am Tag und der Kaffeefreund weiß: ja nun ist es soweit, es ist endlich Kaffeezeit!

Wenn die Kräfte schwinden

Während der Kaffeekonsum den Vormittag über eher individuellen Vorlieben folgt, kommt es am Nachmittag zum nächsten rituellen Kaffeebrauch. “Nachmittagstief” bezeichnen wir rechtfertigend die Phase nach dem Mittagessen, wenn die Kräfte schwinden und die Energie eher mit der Verdauung beschäftigt ist und sich dem Gehirn und Körper kurzzeitig entzieht. Zeit für die nächste Fuhre: diesmal…Kaffee oder Tee? Im Büro ist das eher die kurze Kaffeepause, wo man die Kollegen nach dem Mittagessen ein zweites Mal vor dem Kaffeeautomaten wiedertrifft. Sonntags wird dieses Nachmittagstief dann doch eher umfunktioniert und zum Tagessinn gemacht: der Kaffeeklatsch, von so manchem auch gerne bis in die frühen Abendstunden ausgeweitet, bietet Zeit, genug Gebäck und Kuchen, vor allem aber genug Kaffee um mehrere Stunden auszuharren und gemeinsam über Gott und die Welt zu sinnieren. Etwas Besonderes hat diese Zeit an sich: auch die Teetrinker sind keine Außenseiter mehr und dürfen sich in der Regel dem Kaffeeklatsch anschließen. Und: in besonders gesundheitsbewussten Kaffeegenießer-Kreisen wird der Konsum nun auf “bleifrei” umgestellt. Koffeinfreier Kaffee hat besonders zu jenen Zeiten sein Hoch auf der Beliebtheitsskala, macht doch allein der Gedanke an den koffeinfreien Genuss das Herz ruhig und den Schlaf in der Nacht einfacher.

Tee im Mittelpunkt

Aber nicht überall ist es bloß der Kaffee, der in Zeremonien zu sich genommen wird, andernorts steht insbesondere auch der Tee hoch im Kurs. Zunächst natürlich, klar, bei den Briten, die allein schon durch ihre Kolonien ein Fundament für ganzjährigen Tee Genuss geschaffen haben und sich aus Indien und Sri Lanka mit Assam,  Darjeeling oder Ceylon versorgen lassen. Auch die Sorten English Breakfast und der mit Bergamotten-Aroma verfeinerte Earl Grey stehen hoch im Kurs. Nachmittags,  die Uhrzeit variiert von Haus zu Haus, ist in England Teatime, mit Gebäck und anderem Süßem.

…Und im Reich der Mitte

 Auch im fernen Osten gibt es uralte Teetraditionen. China hat eine lange und enge Beziehung mit Tee, oftmals auch verbunden mit dem Porzellan, das die Chinesen produzieren, insbesondere dem hochwertigen Fine Bone China. Hierzulande sind chinesische Teehäuser mit ihren hübschen Gärten und dem besonderen Charme im Kommen. Hinter der sogenannten Teezeremonie, die beispielsweise in ähnlicher Form auch in Japan gehalten wird, steckt jedoch mehr als nur das bloße Zusammentreffen von Menschen zum Teekonsum. Wird zu einer Teezeremonie geladen, werden uralte strenge Abläufe beinahe protokollarisch eingehalten. Oftmals wird den Gästen zunächst ein Snack gereicht, bevor der Brauch mit dem Tee beginnt. Die Zubereitung des beispielsweise grünen Tees erfolgt durch Aufbrühen und Aufschäumen eines Pulvers. Im strengen Ablauf ist kaum Gelegenheit zum Smalltalk gegeben. In manchen Traditionen ist das Gespräch auf Dinge zu beschränken, die sich unmittelbar im selben Raum befinden, um den Geist fokussiert zu halten. Wird mit getrockneten Teelöffeln gearbeitet, werden mehrere Aufgüsse zubereitet und zusammen genossen, bis die getrockneten Blätter wieder grün werden und im Wasser schwimmend wie frisch aussehen. Dabei entfalten sich, so die Meister,  etliche differenzierte Aromen,  so dass manche Kenner sogar behaupten, der erste Aufguss eines grünen Tees gehöre buchstäblich ins Klo.

Trotz des regionalen Fokus beispielsweise auf andere Getränke wie Tee oder auch die Wiener heiße Schokolade, ist Kaffee heutzutage ein international beliebtes Genussmittel,  mit regionalen Eigenheiten. “Kaffee ist eine Reise wert”, meint das Kaffee Journal Redaktionsteam.

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